Dietenheim zieht an!

DAS JÄHRLICHE EVENT FÜR NACHHALTIGE KONZEPTE IN DER TEXTILWIRTSCHAFT

Mehr Info

Das Projekt

Wissenschaftler der Universität Ulm und der Hochschule Reutlingen forschen und arbeiten für eine Trendwende der Textilwirtschaft. Mit dem Projekt „Dietenheim zieht an“ wird durch unterschiedliche Ansätze die nachhaltigkeitsorientierte Revitalisierung der Textilstadt Dietenheim angestrebt. Des Weiteren wird eine lokale, nachhaltige Transformation der textilen Wertschöpfungskette fokussiert. In Kooperation mit Unternehmen und Akteuren der lokalen Textilindustrie wird versucht die gesamte textile Wertschöpfungskette regional und transparent für den Kunden erfahrbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen hier die Präsentation von Ideen, innovativen Konzepten und Geschäftsmodellen der nachhaltigen Textilproduktion und des bewussteren Textilkonsums. Das Projekt will aber nicht nur die Produzenten ansprechen, sondern auch die Konsumenten zu einem Umdenken animieren. Durch verschiedene Partizipationsmöglichkeiten werden Endnutzer beispielsweise in den Designprozess integriert und ihnen beigebracht, erworbenen Textilien zu reparieren oder selbst zu gestalten. Dadurch soll ein tieferes Verständnis für Qualität, Zeitaufwand und Wertschätzung des Kleidungsstücks und der lokalen Produktion geschaffen werden.

Video ansehen
Das Projekt
Erfolgreicher Start von „Dietenheim zieht an“ am 14.10.2016.

Erfolgreicher Start von „Dietenheim zieht an“ am 14.10.2016.

Dass dieses plakative Motto im doppelten Wortsinn zutrifft, zeigte Mitte Oktober der große Andrang beim Dietenheimer Event. Auf 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentierten 16 ausgewählte Textilhersteller nachhaltig produzierte Bekleidungsstücke. Darunter sowohl große, bereits am Markt etablierte Hersteller sowie Firmen, die auf den Einsatz lokaler Schafswolle setzen und Anbieter von Mietkonzepten. Begeistert zeigten sich nicht nur die zahlreichen Besucher, sondern auch viele Aussteller selbst, die das große Interesse der Bevölkerung an ökologisch und fair produzierter Bekleidung positiv überraschte. Dazu gehörte beispielsweise Andreas Merkel von der Garnspinnerei „Otto Garne“, der nicht nur einen Großteil der Aussteller in die vormalige Textilstadt holte, sondern gemeinsam mit Wissenschaftlern der Uni Ulm, der Hochschule Reutlingen und der Stadt Dietenheim das „Reallabor für eine nachhaltige Transformation der Textilwirtschaft“ mit auf den Weg gebracht hat. Aus diesem Großprojekt ging übrigens die Idee für die Nachhaltigkeitsmesse hervor. Zum Erfolg der Veranstaltung trugen neben der großflächigen Verkaufsausstellung aber auch die ungewöhnlichen Nebenangebote bei. So wurden im Nähcafe Upcycling-Workshops angeboten, wo unter Beratung professioneller Schneider Männerhemden zu neuen modischen Kleidungsstücken umgearbeitet wurden. Ein Besuchermagnet war zudem die Kleidertauschbörse. Dort wechselten tütenweise Waren den Besitzer. „Solche alternativen Nutzungskonzepte wie das Tauschen, Reparieren und Wiederaufbereiten erhöhen die Tragezeit der Textilien genauso wie innovative, bisher aber kaum praktizierte Vertriebswege, die auf Leasing- oder Mietkonzepten basieren“, erklärt Professor Martin Müller, Leiter des Instituts für Nachhaltige Unternehmensführung. Damit die Ökobilanz solcher Konzepte stimmt, wird deren Entwicklung wissenschaftlich begleitet.

Mehr Info

Aussteller bei "Dietenheim zieht an" 2016:

Veranstalter

Veranstalter sind die Universität Ulm, Hochschule Reutlingen und die Stadt Dietenheim unterstützt als Reallabor Projekt durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg.

Veranstalter

Was ist ein Reallabor?